Honig für Kunst und Gesellschaft

Wie Bienen uns inspirieren
30.04.2026 – 20.09.2026

Menschen sind seit vielen Jahrhunderten mit Bienen verbunden. Honig und Wachs waren in der Geschichte luxuriöse Produkte und sind bis heute hochgeschätzt. Dass und wie Bienen in Völkern zusammenleben und auf beeindruckende Weise miteinander kommunizieren, lässt uns staunen. So rangiert die Biene als Sympathieträgerin unter den Insekten, und das viel zitierte „Bienensterben“ ist zur Metapher einer sterbenden Umwelt geworden.

Den Kern der Ausstellung bildet die private Kunstsammlung Kraft aus Köln. Sie versammelt Werke von Joseph Beuys und seinen Zeitgenossen wie Michael Buthe, Hede Bühl und Felix Droese. In Beuys‘ gesamtem Werk spielen Bienen und ihre Erzeugnisse eine wichtige Rolle. Sie stehen für Energie, Nahrung und Wärme. Und damit nicht nur für Naturverbundenheit, sondern für ein nahrhaftes soziales Miteinander-Denken und -Handeln. So sagt Beuys: „Die menschliche Fähigkeit ist nicht Honig abzugeben, sondern zu denken, Ideen abzugeben. Das wird hier parallel gesetzt“. Eine seiner zentralen Installationen war die „Honigpumpe am Arbeitsplatz“, ein Schlauchsystem von 150 Metern Länge, durch das während der documenta 1977 Honig gepumpt werden sollte; der „Arbeitsplatz“ war ein Diskussionsforum, in dem der Künstler während der ganzen 100-tägigen Laufzeit anwesend war.

Hinzu kommen zeitgenössische Kunstwerke, die zum Teil auf Beuys Bezug nehmen, teils aber auch andere Wege einschlagen. Mathias Danberg zeigt eine Skulptur mit integriertem Video, in dem Schläuche und Pumpen eine zentrale Rolle spielen.
Natürlich ist eine Ausstellung über Bienen und Honig heute nicht ohne den Gedanken an die Gefährdung der Bienen durch den Raubbau an der Natur denkbar. Lea Grebe zeigt uns die Fragilität der kleinen Wesen. Und Maximilian Prüfer verarbeitet in seinen Werken die Eindrücke aus der chinesischen Provinz Sichuan, in der Menschen Blüten von Hand bestäuben müssen, weil es keine Bienen mehr gibt. (Auf diese ökologischen und gesellschaftlichen Probleme hatte Joseph Beuys übrigens schon Mitte der 1960er Jahre aufmerksam gemacht.) Die Künstlerinnen Jeanette Zippel und Bärbel Rothhaar haben eigene Imkererfahrungen, ihre Arbeiten entstehen aus der Faszination Biene und der Zusammenarbeit mit diesen Insekten. Daisy Alexandra Ginsberg imaginiert die Welt mit den Augen einer Biene.

Der Kunst gesellen wir einen Bienenstock voller Fragen und Informationen bei, an dem Besucher:innen mehr über Bienen, Wachs und Honig erfahren können, aber wir uns auch die Frage stellen, welche Nahrung unsere Gesellschaft heute braucht.
Hier kommen in Audio- und Videobeiträgen Expert:innen zu Wort; Fotos illustrieren das Gesagte. Und hier stellen wir auch zwei inspirierende nachhaltige Bienenprojekte vor.

Ein umfangreiches, aktionsreiches Begleitprogramm bereichert die Ausstellung und schafft für Erwachsene und Kinder sinnliche Zugänge zu den verhandelten Themen. Es wird in Kooperation mit dem Bienenverein Ulm/ Neu-Ulm, dem Botanischen Garten und weiteren Partnern realisiert.